Die Diskussionen im Vorfeld zur Delegiertenversammlung des Eidg. Armbrustschützenverbandes EASV, die am 28. März in Weesen/SG durchgeführt wurde, liessen eine nicht ganz einfach zu bewältigende Delegiertenversammlung erwarten. Ein hoher Verlust in der Jahresrechnung 2025, ein nicht ausgeglichenes Budget 2026, Statutenanpassungen und die Einführung eines Spesenreglements führten dann auch zu intensiven Diskussionen und Wortmeldungen.

«Die Vorstandsmitglieder stehen unter Druck und müssen Entscheidungen treffen, die mit den zum Zeitpunkt der Entscheidung verfügbaren Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohl des Sports und des Verbandes getroffen werden.». Mit diesen Worten begrüsste Martin Schneider, Präsident EASV, die Delegierten zur 128. EASV-Delegiertenversammlung in Weesen/SG.

Damit zielte er auf die bevorstehenden Diskussionen und zu erwartenden Fragen rund um die finanzielle Situation des Verbandes ab.

Im voll besetzten Speersaal in Weesen tagte die 128. Delegiertenversammlung des Eidg. Armbrustschützenverbandes.

Jahresrechnung 2025 und Budget 2026 werfen Fragen auf

Im Vorfeld zur Delegiertenversammlung musste die ursprünglich publizierte Jahresrechnung 2025 durch eine bereinigte Abrechnung korrigiert werden. Mit einem für 2025 budgetierten Gewinn von rund CHF 6'400 und einem erzielten und in der korrigierten Jahresrechnung 2025 ausgewiesenen Verlust von rund CHF 43'400 musste sich der Vorstand nicht ganz einfachen Fragen stellen.

Nicht geplante Steuer- und AHV-Zahlung, Budget-Überschreitungen im Bereich «Marketing» sowie Mindereinnahmen bei BASPO- und Sportförderungsbeiträgen haben schlussendlich zu dieser massiven Abweichung und dem Verlust geführt.

Der EASV-Vorstand musste in der Diskussion rund um die Jahresrechnung Kritik einstecken - hat es aber verstanden, die Delegierten offen und transparent über die Situation zu informieren.

Diese Transparenz hat dann auch dazu geführt, dass die durch den Vorstand vorgetragenen Begründungen und den Antworten auf die von den Delegierten gestellten Fragen zur Abnahme der Jahresrechnung 2025 und zur Erteilung der Décharge für den gesamten Vorstand geführt haben. Ein Vertrauensbeweis, der den EASV-Vorstand ehrt - ihn aber geleichzeitig in die Pflicht nimmt.

Nach zähen Diskussionen wird die Jahresrechnung 2025 abgenommen und dem gesamten EASV-Vorstand wird die Décharge erteilt.

Das Budget 2026, das ebenfalls einen grossen Verlust in der Grössenordnung von CHF 45'500 aufzeigt, wurde ebenfalls offen und transparent präsentiert.

Es beinhaltet einmalige Kosten-Positionen für die Europameisterschaft in Frankreich, Kosten, die im Zusammenhang mit dem Eidg. Armbrustschützenfest 2026 entstehen werden und erneute Marketingaufwendungen, die 2026 - basierend auf der seit 2024 jeweils für ein Kalenderjahr geschlossenen Vereinbarung mit der Marketing-Agentur «-TNER» - letztmalig anstehen. Die im vergangenen Jahr stark zurückgegangenen Unterstützungsbeiträge finden im Budget ebenfalls Berücksichtigung.

Über aus den Reihen der Delegierten vorgeschlagenen Budget-Kürzungen und Fond-Auflösungen konnte der veranschlagte Verlust zwar reduziert aber nicht auf das gewünschte Niveau gebracht werden - fand dann aber nach längerer Diskussion doch die Zustimmung der Delegierten. Das korrigierte und von den Versammlung schlussendlich verabschiedete Budget 2026 wird zeitnah über die Homepage des EASV publiziert werden.

Marketing-Projekt

Das 2024 mit der Basler Marketing-Agentur «-TNER» gestartete Projekt, das zum Ziel hat, den Auftritt des EASV zu stärken, dem Armbrustsport und dem EASV zu einer höheren und breiteren Akzeptanz zu verhelfen und das den EASV schlussendlich bei der aktiven Suche nach möglichen Sponsoren aktiv unterstützen soll, wurde kritisch hinterfragt.

In einer Präsentation stellte Christof Baumgartner sein Unternehmen «-TNER» und die geplanten zum Ziel führenden Aktivitäten kurz vor. Anpassungen der Homepage, mögliche Flyer, die farbliche Neugestaltungen und eine mögliche Anpassung bzw. Ergänzung des EASV-Logos wurde angesprochen und vorgestellt.

So richtig zu überzeugen vermochte «-TNER» nicht. Die Fragen nach den bisher erreichten Meilensteinen und den bisher konkret umgesetzten Teilprojekten blieb ebenso unbeantwortet wie auch die kritische Frage eines Delegierten, wofür die bisherigen Mittel 2024 und 2025 (CHF 54'343) aufgewendet worden seien und wofür der geplante Budget-Posten von CHF 27'000 für 2026 vorgesehen wäre.

Die einzige konkrete Antwort war, dass durch einen Spitzenfotographen tolle schwarz/weiss Fotos von den Athletinnen und Athleten des Nationalkaders entstanden seien und dass geplant sei, im Frühsommer 2026 eine neugestaltete EASV Homepage ins Leben zu rufen. Ein klares Konzept, ein konkreter Zeitplan, Vorgaben zu Zwischenzielen und ein Projektplan für die Mittelverwendung scheinen aufgrund der erhaltenen Informationen noch nicht oder erst ansatzweise - zur Verfügung zu stehen.

Es bleibt zu hoffen, dass die 2024 vom EASV und von «-TNER» vereinbarte Zielvereinbarung bis zum Ende des laufenden Jahres umgesetzt werden kann und damit die Basis für die Weiterentwicklung des Verbandes und auch die Grundlagen für das geplante Projekt «EASV 2030», über das an der Delegiertenversammlung 2025 erstmals informiert worden war, geschaffen werden können.

Statutenanpassungen angenommen

Die notwendige von Swiss-Olympic und vom BASPO (Bundesamt für Sport) geforderte Statutenanpassung, mit der die Amtszeitbeschränkung klar und den Vorgaben entsprechend geregelt wird, war eine reine Formsache. In den der EASV-Delegiertenversammlung vorangegangenen Delegiertenversammlungen der Unterverbände wurde dieses Thema - da dieselbe Anpassung auch in den Teilverbänden umgesetzt werden musste - bereits ausführlich diskutiert und besprochen.

Damit war die Annahme der Statuten-Anpassung, die eine Zwei-Drittels-Mehrheit erforderte, mit lediglich zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung mehr als deutlich.

Spesenreglement abgesegnet

Mit der in den Einladungsunterlagen aufgeführten Vorstellung des EASV-Spesenreglements konnte der EASV Vorstand eine längst überfällige und vom BASPO geforderte Pendenz abarbeiten.

Die aus den Reihen der Delegierten vorgeschlagene Anpassungen wurden aufgenommen und werden in das neue Reglement, das zeitnah auf der EASV-Homepage publiziert werden wird, eingearbeitet.

Ausbildung auf Kurs

An der letztjährigen Delegiertenversammlung konnte die Vorstandsposition «Leiter Ausbildung» noch nicht besetzt werden. Im Lauf des Verbandsjahres zeichnete sich jedoch eine Lösung mit Toni Albisser (Emmenbrücke) ab, der dieses Amt in früheren Jahren bekleidet hatte und den EASV während seiner Amtszeit zu «Jugend und Sport» geführt hatte.

Erwartungsgemäss war seine nun offizielle Wahl in den Vorstand eine reine Formsache. «Ich bin aber nur vorübergehend nochmals in den Vorstand eingetreten.» erklärt Albisser und ergänzt stolz: «Meine Nachfolgerin, Michelle Niederberger, ist bereits in den Startlöchern. In diesem Jahr werde ich sie begleiten und in ihre Aufgaben einführen, damit sie an der Delegiertenversammlung 2027 dann übernehmen kann!».

Toni Albisser (links) stellt seine Nachfolgerin Michelle Niederberger vor.

Mit Michelle Niederberger (Dallenwil) konnte eine äusserst geeignete Kandidatin gefunden werden, die den Armbrustsport aktiv betreibt und sowohl über die notwendige Trainer- und Experten-Ausbildung als auch über fundierte Vorstandserfahrung (Zentralschweizer Armbrustschützenverband ZSAV) verfügt.

RPK wieder komplett

Für den im Dezember 2025 unerwartet verstorbenen hochgeschätzten Kollegen und Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission (RPK) Thomas Kressibucher musste eine Nachfolgeregelung gefunden werden. Keine einfache Aufgabe. Aber mit Corinne Schönholzer, Mitglied bei den Armbrustschützen Sulgen und Vorstandsmitglied im Thurgauer Armbrustschützenverband TASV, konnte eine geeignete Person, die auch über das notwenige Fachwissen verfügt, gefunden werden.

Wie erwartet wurde Corinne Schönholzer von den Delegierten einstimmig und mit grossem Applaus gewählt.

Der EASV-Präsident Martin Schneider (rechts) ist mit der Wahl von Corinne Schönholzer sichtlich zufrieden.

Weltcup-Final - eine Erfolgsgeschichte

Mit der Ausrichtung des Weltcup-Finals, der Anfang Oktober 2025 in Winterthur ausgetragen wurde, blickt der EASV auf einen erfolgreichen Anlass zurück.

Die durch die Athletinnen und Athleten erreichten Resultate dürfen sich sehen lassen und vor allem der Gewinn der Kristallkugel für den Sieg im Gesamt-Weltcup Armbrust 30m 2025 durch Joel Brüschweiler verdient grosse Anerkennung!

Joel Brüschweiler - der Gewinner des Gesamt-Weltcups 2025 Armbrust 30m.

Der Weltcup-Final in Winterthur ist aber auch durch eine hervorragende Organisation, die über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung gefunden hat, aufgefallen und so war es für Pius Niederberger (OK-Präsident des Weltcup-Finals) ein sichtliches Vergnügen, den Delegierten einen kurzen Rückblick zu präsentieren und die Highlights des internationalen Armbrust-Wettkampfes auf die 10m- und die 30m-Distanz in Winterthur nochmals aufleben zu lassen (die ausführliche Präsentation kann online eingesehen werden).

Der OK-Präsident des Weltcup-Finals, Pius Niederberger, blickt stolz auf die Finalwettkämpfe in Winterthur zurück.

Mit grossem Stolz hat der EASV die Schweizer Weltcup-Final Athletinnen und Athleten dann auch zur Delegiertenversammlung eingeladen, um sie mit dem ihnen zustehenden Applaus zu ehren.

Eingerahmt zwischen den Ehrendamen: Das Schweizer Erfolgsteam mit (vlnr) Joel Brüschweiler, Joëlle Baumgartner, Sven Bachofner, Monika Hurschler, Christof Arnold, Svenja Wehle, Yoric Pisà und der Leiter der Nationalmannschaft Robert König.

Das Saison-Highlight 2026 in Weesen

Zum Abschluss der Delegiertenversammlung erlebten die Delegierten ein kurzes und knackiges Feuerwerk, in dem der Ständerat und OK-Präsident des Eidg. Armbrustschützenfestes EASF-2026, Benedikt Würth, das bevorstehende Saison-Highlight (EASF-2026, Weesen - 09.-19. Juli) präsentierte.

Er wusste, wie man die Armbrustschützenfamilie auf das EASF-2026 in Weesen einstimmen muss: OK-Präsident Benedikt Würth

Mit grossem Interesse folgten die Delegierten seinen Ausführungen und nahmen die Informationen mit grosser Begeisterung entgegen. «Die Festorganisation ist auf Kurs, die Finanzierung ist sichergestellt und die Planung für die Bereitstellung der Infrastruktur ist fertiggestellt!» wusste Würth - neben seinen zur Teilnahme motivierenden Hinweisen zum Stichangebot und den zu gewinnenden und äusserst attraktiven Preisen und Gaben - zu berichten.

Der gedruckte Schiessplan konnte den Vereinen ebenfalls abgegeben werden.

«Noch nicht ganz auf Kurs sind wir bei der Rekrutierung der benötigten Helfer in den einzelnen Bereichen.», so Würth weiter und er ergänzt: «Helfer-Anmeldungen nehmen wir nach wie vor gerne entgegen. Die entsprechenden Informationen sind auf unserer ausführlichen Homepage - neben vielen anderen Informationen zu unserem Schützenfest - unter der Adresse easf-2026-weesen.ch zu finden.»

Der EASV liess es sich dann auch nicht nehmen, die vom OK-Präsidenten angesprochenen Gaben mit der Spende von zwei Treicheln zu untermauern.

Mit sichtlichem Stolz durfte der EASV Schützenmeister Renato Harlacher die beiden vom EASV gesponserten Treicheln, die eine Bereicherung der am EASF abgegebenen Gaben darstellen, an das EASF-Komitee übergeben.

Marianne Büchel (EASF Gaben-Komitee) nimmt die beiden Treicheln mit grosser Freude von Renato Harlacher (EASV-Schützenmeister) entgegen.

Nach der DV ist vor der DV

Das Datum der nächsten EASV-Delegiertenversammlung konnte bereits bekannt gegeben werden: 20. März 2027. Der Tagungsort steht noch nicht fest - wird aber (sobald bekannt) auf der EASV Homepage publiziert werden.

Dokumente
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Mit weiteren Informationen
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Weesen/SG, 28. März 2026
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  • Veröffentlicht: 31.03.2026
  • Kategorie: EASV
  • Autor: Markus Roth
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