Die vom 15. bis 17. Oktober in München ausgetragenen Armbrust Weltcup-Finalwettkämpfe auf die 10m- und die 30m-Distanz hätten für das Schweizer Team kaum erfolgreicher ausfallen können. Mit zweimal Gold, einmal Bronze, zwei neuen Weltrekorden und dem Sieg der Weltcup-Gesamtwertung «Armbrust 30m» blickt das Schweizer Team auf äusserst erfolgreiche Wettkämpfe zurück.
Vom 15. bis 17.10.2026 wurden in München die Weltcup-Final-Wettbewerbe und damit der Kampf um die grossen und die kleinen Kristallkugeln ausgetragen. Spannende und hochstehende Wettkämpfe wurden erwartet, zu denen sich pro Kategorie «Armbrust 10m/Frauen», «Armbrust 10m/Männer» und «Armbrust 30m/Open-Class» die jeweils 16 besten Sportlerinnen und Sportler aus den vorangegangenen Weltcup-Wettkämpfen qualifiziert hatten.

München war geprägt von spannenden Finalwettkämpfen, die nicht nur einmal erst mit den letzten Final-Schüssen entschieden wurden.
Schweizer Top-Bilanz
Sie hat in München alles gewonnen, was es für sie zu gewinnen gab! Joëlle Baumgartner gewinnt den 10m-Final bei den Frauen, dominiert mit zwei neuen Weltrekorden auch den Open-Class Wettkampf auf die 30m-Distanz und kann den Gesamt-Weltcup «Armbrust 30m» mit der maximalen Rangpunktzahl überlegen für sich entscheiden. Die beeindruckende Bilanz des Schweizer Teams wird durch die Bronze-Medaille von Stephan Loretz im 30m-Final komplettiert!

Sie sicherten Edelmetall für das Schweizer Team: Joëlle Baumgartner (links) und Stephan Loretz.
Verhaltener Start
Am ersten Wettkampf-Tag stand wie gewohnt der Mixed-Team Wettbewerb auf die 10m-Distanz auf dem Programm. Ein Wettkampf, bei dem keine Weltcup-Punkte vergeben werden - der sich aber bei den Athletinnen und Athleten grosser Beliebtheit erfreut und von diesen auch als «Training unter Wettkampfbedingungen» genutzt wird.
Der Mixed-Team Wettbewerb wurde erwartungsgemäss von Frankreich und Deutschland dominiert. Das Schweizer Team mit Monika Hurschler und Christof Arnold konnte mit der Spitze nicht mithalten und verpasste den Einzug in den Schluss-Final der besten fünf Teams deutlich.
In einem äusserst spannenden Schluss-Final konnte sich das Team aus Frankreich (Lisa Roettele, Michael Dhalluin) mit 252 Punkten und einem Punkt Vorsprung auf das Team aus Deutschland (Jolanda Prinz, Elias Stelzl) durchsetzen.

Das Schweizer Team mit Monika Hurschler (links) und Christof Arnold.
Grandioser Weltcup-Auftakt
Mit den Weltcup-Wettbewerben auf die 10m-Distanz begannen am Freitag die eigentlichen Weltcup-Wettkämpfe.
Die Schweiz legte dabei bei den Frauen einen perfekten Start hin. Joëlle Baumgartner, Svenja Wehle und Monika Hurschler konnten sich im Qualifikationswettkampf behaupten und sich für den Schluss-Final der besten acht Sportschützinnen qualifizieren.

Sprung ins Finale geschafft: Svenja Wehle
Der Final-Wettkampf hätte spannender nicht sein können. Baumgartner, die sich hinter der Deutschen Jolanda Prinz als zweite der Qualifikations-Runde für den Final qualifiziert hatte, zeigte von Beginn weg eine starke Leistung und lag nach den ersten zehn Schüssen mit 98 Punkten einen Punkt hinter Prinz zurück, die vor einem Jahr den 10m-Gesamt-Weltcup gewonnen hatte.

Spannender Final
Um jeden einzelnen Punkt wurde gekämpft. Baumgartner zeigte dabei eine überragende Leistung, konnte in den letzten sechs Finalschüssen den Rückstand von einem Punkt in einen Vorsprung von einem Punkt verwandeln und Prinz, die vor einem Jahr in Winterthur ebenfalls Final-Silber gewonnen hatte, auf den zweiten Platz verweisen.

Joëlle Baumgartner setzt sich im Final durch und gewinnt Gold.
Mit einem Schlusstotal von 156 Punkten konnte sich die 32jährige amtierende 10m-Schweizermeisterin als Gewinnerin des Weltcup-Finalwettkampfes und der kleinen Kristallkugel feiern lassen.

Die erste Goldmedaille für Joëlle Baumgartner ist in trockenen Tüchern.
Svenja Wehle und Monika Hurschler konnten im Final nicht mit der Spitze mithalten und schieden auf den Rängen sieben und acht aus dem Final aus.
Kein Final-Platz bei den Männern
Bei den 10m-Männern konnte die Schweiz nicht an die Erfolge der Schweizer Frauen anknüpfen. Christof Arnold, der einzige Schweizer an diesem Wettkampf, musste sich der Deutschen und Französischen Übermacht beugen und konnte sich nicht für den Final der besten Acht qualifizieren.

Christof Arnold
Als Finalsieger durfte sich Elias Stelzl (GER) feiern lassen, der in der Qualifikationsrunde mit 397 Punkten den Junioren-Weltrekord egalisiert hatte.
30m-Feuerwerk
Am Samstag, dem letzten Wettkampftag der Weltcup-Final-Wettkämpfe, war das Schweizer Team nicht mehr zu bremsen und zeigte wieder einmal deutlich auf, dass die Schweiz auf die 30m-Distanz die Nase vorne hat!
Die Qualifikations-Runde, über die das Teilnehmerfeld für den alles entscheidenden Schluss-Final ermittelt wird, war ein Feuerwerk der Superlative! Joëlle Baumgartner konnte mit einer unglaublichen Leistung aufwarten. Bereits am letzten Weltcup-Wettkampf in Sezemice (CZE) konnte sie ihren eigenen Welt-Rekord toppen. In München legte sie nochmals zu und übertraf ihre eigenen Welt-Rekorde erneut!
Mit 299 (!) Punkten im Kniend-Teil hat sie die Weltrekord-Marke auf ein neues Niveau gehoben. Damit nicht genug! Das Gesamtresultat (stehend und kniend) von 588 Punkten ist ebenfalls ein neuer Weltrekord. Diesem Top-Resultat hatte die Konkurrenz nichts entgegen zu halten. Da das Qualifikations-Resultat gleichzeitig als Wertungs-Resultat für die Weltcup-Punkte gewertet wird und Baumgartner alle vorangegangenen Weltcup-Wertungswettkämpfe der laufenden Saison für sich entschieden hatte, stand ihr Sieg in der Weltcup-Gesamtwertung 2026 auf die 30m-Distanz ebenfalls fest!

Mit zwei Weltrekorden zur Weltcup-Gesamtsiegerin: Joëlle Baumgartner
Neben Baumgartner konnten sich auch Stephan Loretz und Christof Arnold für den Schluss-Final qualifizieren und so blickte das Schweizer Team hoffnungsvoll einem spannenden Final entgegen.
Arnold schied früh und auf Rang sieben aus dem Final aus. Loretz startete verhalten, lag nach den ersten Finalschüssen im hinteren Drittel - kämpfte sich dann aber hochkonzentriert Schuss um Schuss nach vorne und beendete den Wettkampf auf dem fantastischen dritten Platz!

Hochkonzentriert zu Bronze: Stephan Loretz.
An der Spitze machte Simon Simon Eigelsperger (GER) der als Favoritin in den Final gestarteten Baumgartner das Leben phasenweise etwas schwer. Die beiden lagen nach zehn Finalschüssen mit je 97 Punkten an der Spitze. Die amtierende Eidg. Schützenkönigin und Stehend-Schweizermeisterin liess jedoch nichts anbrennen und liess die nächsten sechs Finalschüsse ins Scheibenzentrum schnellen, während sich Eigelsperger im zweitletzten Schuss eine «9» notieren lassen musste.
Damit durfte sich Baumgartner nach ihrem Gold-Erfolg vom Vortag auch auf die 30m-Distanz als Weltcup-Finalsiegerin feiern lassen.

Nach 10m-Gold gewinnt Joëlle Baumgartner auch den 30m-Final.
| Dokumente | |
|---|---|
| Medienmitteilung Weltcup 30m, München/GER |
Download (PDF) » |
| Übersichtsseite ZHSV Ranglisten und weitere Informationen |
zhsv.ch » |
- Veröffentlicht: 19.10.2026
- Kategorie: IAU
- Autor: Text: Markus Roth / Bilder: zVg
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